Auch dieses Video wurde von Facebook zensiert. Die Amerikaner haben offensichtlich ein verklemmtes Verhältnis zu nackten Körpern. Selbst unter den absolut bewundernswerten Original-Videos von Natalia Avseenko bei Youtube finden sich anzügliche Bemerkungen, für die man sich nur fremdschämen kann.

Sehr bezeichnend ist auch der Fall der amerikanischen Lehrerin Hope Carrasquilla, die ihren Schülern im Kunstunterricht ein Bild von Michelangelos berühmter Statue "David" gezeigt hatte und ihre Stelle als Schulleiterin verlor, weil einige Eltern sich über das "pornografische" Unterrichtsmaterial beschwert hatten.

Ich sehe in der hier gezeigten Nacktheit vor allem ein künstlerisches Element: sie verdeutlicht den Verzicht auf jeden Schutz vor dem kalten Wasser – sich vollkommen der Natur anvertrauen, sie so an sich heran lassen, wie sie ist, eins zu werden mit der Natur. Was für ein faszinierender Kontrast zwischen den beiden Personen im Eisloch: der Taucher mit seinem Schutzanzug und all den technischen Geräten um sich herum – und Natalia mit nichts als ihrer inneren Stärke. Jede Badebekleidung hätte diesen Kontrast abgeschwächt. Und dann noch der farbliche Kontrast zwischen dem dunkel-blaugrünen Wasser und der hellen Hautfarbe, bei dem Badebekleidung ebenfalls nur gestört hätte.

Eisbaden hat viele Aspekte: für manche ist es Sport, für manche ist es Meditation, für manche hat es gesundheitliche Wirkungen. Für mich ist es Naturerlebnis: ins Wasser gehen und die Natur so annehmen, wie sie gerade ist. Weg schwimmen, im Wasser nur noch ich selbst sein und und meinen gesamten Besitz am Ufer zurück lassen. Deshalb benutze ich auch prinzipiell keine Schuhe, Handschuhe, Mütze oder gar eine Schwimmboje.

Compilation