B. Virtanen
Ein Versager wie du und ich

Während ich vier Jahre in Finnland lebte, konnten mir diverse Comics nicht entgehen. Teilweise wurden sie in verschiedenen Zeitungen abgedruckt, oder ich lernte sie im Internet kennen:

  • B. Virtanen karikiert das moderne Büroleben (und nebenbei auch Familienleben)
  • Fingerpori für meinen Geschmack reichlich "abgedreht" und absurd, aber teilweise sehr genial
  • Viivi ja Wagner ziemlicher Trash – eine Beziehung zwischen einem Schwein und einer Frau
  • Kiroileva siili der fluchende Igel: sehr primitiv gezeichnet, aber mit witzigen Ideen

    B. Virtanen gefiel mir mit Abstand am besten. Die dort dargestellten Figuren findet man in jedem Büro, in jedem von uns allen steckt ein Stückchen "Virtanen".

    Ich beschloss, mir ein Heft zu kaufen und ins Deutsche zu übersetzen. Viel von dieser Arbeit erledigte ich, wenn ich auf Heimreisen stundenlang im Bus, in Flughäfen oder im Flieger sitzen musste.

    Stellenweise war es schwierig bis unmöglich, wenn es sich um Wortspiele handelt, die auf deutsch einfach nicht funktionieren. Auch mit einem der Comics, der auf "Viivi und Wagner" anspielt, kann kein Deutscher etwas anfangen, der diesen Comic nicht kennt.

    Schließlich war alles fertig, und ich begann, mein Werk an die verschiedenste Verlage zu schicken. Ich nahm auch Kontakt zu Ilkka Heilä auf, dem Erfinder und Zeichner, und er antwortete mir sehr begeistert und optimistisch. Seiner Meinung nach hätten Deutsche einen ähnlichen Humor wie Finnen.

    Schließlich zeigte der Verlag Lappan Interesse an meiner Übersetzung, aber sie schienen irgendwelche Probleme zu haben, die Genehmigung von dem Rechteinhaber Bulls zu bekommen, und die Sache schlief wieder ein.

    Außer Spesen nichts gewesen – aber wenigstens war es für mich eine interessante und lehrreiche Beschäftigung mit der finnischen Sprache gewesen. Eine der Sekretärinnen in unserem Büro, die ausgezeichnet deutsch sprach, hatte mich sogar auf ein Wortspiel aufmerksam gemacht, das ich überhaupt nicht als solches erkannt hatte. Der Titel des Heftes "Pätkä työläisen elemää" heißt auf deutsch "ein Schnipsel Leben eines Arbeiters", aber wenn man die beiden ersten Wörter zu einem Wort zusammenzieht, erhält man "Leben eines Zeitarbeiters".

    Viel Spaß mit einer Einführungsseite und einer Leseprobe!